Stolzer Papa

Stolzer Papa
Seit 469 Tagen bin ich Papa und sehr glücklich darüber. Es ist erstaunlich so viele Schritte eines werdenden Menschen in so kurzer Zeit zu sehen. Mein Sohn geht mittlerweile in den Kindergarten und läuft immer längere Strecken. Er lacht, jammert, grinst, knurrt und macht uns jeden Tag aufs Neue zu glücklichen Eltern.

Leider begann unser Glück nicht so positiv. Im Gegenteil, der Start war sehr nervenaufreibend und schwer zu bewältigen. Einen Tag vor der ungeplanten Geburt waren meine Frau und ich bei der Frauenärztin. Diese hat uns gebeten sofort das Krankenhaus aufzurufen. Wir haben das nicht so ernst genommen, weil wir das schon einmal hatten. Wir dachten, das wäre nur, um sicher zu gehen, dass es meiner Frau und unserem Kind gut geht. Also sind wir ins Krankenhaus und haben Tests und Proben abgegeben. Sind dann wieder nach Hause und man sagte uns, es würde sich jemand melden, wenn was wäre. Das kannten wir, wie geschrieben, schon und haben nicht damit gerechnet. Leider kam dann der Anruf und es ging ins Krankenhaus.

Ab da ging es hin und her, ich lasse hier mal die Details weg, auf jeden Fall wurde uns einen Tag später ein immer früherer Geburtstermin genannt. Und am Abend war es plötzlich so weit. Die Werte meiner Frau waren so schlecht, dass unser Kind nun geholt werden musste. Er war nicht bereit, etwa ein Monat zu früh kam er auf unsere Welt und ihn zu sehen und zu spüren war unbeschreiblich. Im Raum nach dem Kreißsaal wartete ich länger, als vorher beschrieben, auf meine Frau und als sie endlich da war, ging es ihr nicht so gut und es wurde auch nicht wirklich besser. Aber weil sie stabil war, ging es auf ein Zimmer und ich musste nach Hause. Am nächsten Tag wollte ich unser Zuhause vorbereiten und Sachen zusammensuchen und dann ins Krankenhaus. Aber ich musste vorher hin, die Werte meiner Frau wurden nicht besser und dann kam Sie auf die Intensivstation und ich war allein mit unserem Sohn auf einem Zimmer. Dort mussten wir uns zu zweit und völlig unvorbereitet lernen miteinander zu leben. Ich musste versuchen auf ihn aufzupassen, zu füttern und dazwischen Schlaf zu finden. Jede kleine Bewegung von ihm hat mich geweckt. Das war besonders beeindruckend, da ich eigentlich tief schlafe, wenn ich müde bin, aber hier hat mein Köper umgestellt.

So ging das dann von Tag zu Tag und dazwischen sind wir immer wieder zur Intensivstation und haben gehofft, dass es meiner Frau bald besser geht und wir mit der kleinen Familie so richtig starten können. Das hat aber nicht funktioniert und es war sehr kritisch. Nach einer Woche konnte Sie dann auf unser Zimmer und einen Tag später sind wir nach Hause. Aber meine Frau musste noch lange Zeit sehr viele verschiedene Pillen nehmen. Heute hat sie sich zum Glück fast gänzlich erholt, aber zu der Zeit war das leider nicht abzusehen. Eine schlimme Zeit, die ich niemanden wünsche.
Seit 469 Tagen sind wir Eltern und freuen uns über jeden Tag mit ihm. <3